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„Einmischung erwünscht!“

„Einmischung erwünscht!“

SchülerInnen und Lehrkräfte bei Lernstatt Demokratie des Förderprogramms Demokratisch Handeln / Nottulner moderieren Tagung

 

DH Delegation Nottuln

Delegation Nottuln: Micheal Ridder (Demokratisch Handeln), Cornelia Hilgensloh, Mara Schulte Eistrup, Richard Mannwald, Leander Stallmeyer, Lili Bartsch, Werner Völlering (alle RNG) sowie Rüdiger Paus-Burkhard (Akademie Klausenhof) und Veronika Jellen (Heinrich-Böll-Stiftung NRW) (von links nach rechts) 

 

 

Eine Tagung der besonderen Art durften insgesamt sieben SchülerInnen und LehrerInnen des Nottulner Rupert-Neudeck-Gymnasiums miterleben und zum Teil auch moderieren: Bei der Lernstatt Demokratie NRW des Förderprogramms Demokratisch Handeln stand beispielhaftes Engagement in und um Schule im Mittelpunkt. Zu Gast war unter anderem die nordrhein-westfälische Bildungsministerin Yvonne Gebauer. Nottuln war nicht nur mit gleich zwei Projektgruppen vertreten – mit Lili Bartsch und Lukas Sydow moderierten zwei Schüler des Rupert-Neudeck-Gymnasiums die zweitägige Veranstaltung mit ungefähr 150 Teilnehmern.

„Euer Engagement ist nicht selbstverständlich, genauso, wie Demokratie nicht selbstverständlich ist. Wir merken, dass sie immer wieder verteidigt und mit Leben gefüllt werden muss“, unterstich Schulministerin Yvonne Gebauer zu Beginn der Veranstaltung. Moderiert von Lukas Sydow und Lili Bartsch diskutierte sie im Anschluss mit Dr. Jan Hoffmann, dem Vorstandsvorsitzenden von Demokratisch Handeln und ehemaligen Staatssekretär in Sachsen-Anhalt, und Veronika Jellen von der Heinrich-Böll-Stiftung NRW aktuelle bildungspolitische Fragen.

„Ganz bewusst haben wir hierbei auch strittigere Themen, wie die von Greta Thurnberg initiierten Klimaschutzdemonstrationen, angesprochen“, erzählt Lili Bartsch aus der Jahrgangsstufe elf. Und Bezirksschülersprecher Lukas Sydow ergänzt: „Dass die Fridays for Future -Bewegung zur Sprache kam, ist auf viele positive Rückmeldungen gestoßen!“

Im Laufe der Veranstaltung diskutierten SchülerInnen, Lehrkräfte und ReferentInnen weitere bildungspolitische Herausforderungen – hatten aber auch die Chance, sich gegenseitig und der Schulministerin ihre Projekte vorzustellen. Die Schülervertretung des Rupert-Neudeck-Gymnasiums präsentierte den Schülerhaushalt, die Etablierung einer Jungen SV und Projekte wie das Verfassen einer Satzung, die SV-Fahrt und die Schulpullover. Sie wurde dabei von Mara Schulte Eistrup, Richard Mannwald und Lehrerin Cornelia Hilgensloh vertreten.

Stellvertretend für den Leistungskurs Sozialwissenschaften der Q2 (Abiturjahrgang) stellten Leander Stallmeyer, Lukas Sydow und Lehrer Werner Völlering das Polit-Café als Markenzeichen der Demokratiepädagogik am Rupert-Neudeck-Gymnasium vor. „Gerade im ländlich geprägten Münsterland ist der Wandel der Landwirtschaft ein heiß diskutiertes Thema, das wir als Leistungskurs aufgegriffen haben. Viele Mitschüler hatten bereits ganz persönliche Berührungspunkte, andere lernten in der Vorbereitung inhaltlich viel dazu – und erkannten, dass die Konfliktlinien und Herausforderungen viel komplexer sind, als erwartet“, so der Schüler Leander Stallmeyer.

„Es ist nicht immer einfach, einen gemeinsamen Weg zu finden. Zu diskutieren, in der Sache zu streiten, neue Wege zu suchen, sich auf ein Ziel zu einigen – das alles kostet Kraft und Zeit. Umso mehr könnt ihr heute stolz auf das sein, was ihr erreicht habt“, bekräftigte Bildungsministerin Yvonne Gebauer. Gleichzeitig bot sich SchülerInnen und Lehrkräften die Chance, sich in Erfahrungsaustauschen weiter zu vernetzen und voneinander zu lernen und in verschiedensten Workshops neue Impulse für das Engagement mitzunehmen.

Für Lili Bartsch und Lukas Sydow war die Moderation einer solchen Tagung eine besondere Erfahrung. „Der mehrstündige Besuch der Schulministerin war natürlich ein Highlight“, so die beiden Nottulner, die auch in der Schülervertretung aktiv sind. „Aber gerade auch die Begegnung mit anderen engagierten Schülern und Lehrern und der Freiraum für Diskussionen machen die Veranstaltung zu einer echten Bereicherung!“

 

Infokasten: „Demokratisch Handeln“ am Rupert-Neudeck-Gymnasium

Ob Ungerechtigkeit, Gewalt oder Armut - Kaum ein Blick in die Nachrichten vergeht, ohne an die Missstände der Welt erinnert zu werden. Dabei wird klar: Demokratie ist nach wie vor keine Selbstverständlichkeit. Sie lebt vom Einsatz und Engagement all jener, die sie im Alltag und in ihren Projekten und Arbeiten aufblühen lassen. Das Förderprogramm Demokratisch Handeln sucht und unterstützt Projekte, Initiativen und Ideen, in denen Lernen für Demokratie und Politik um Erfahrungsmöglichkeiten erweitert wird und Themen und Aufgaben des Gemeinwesens in den Mittelpunkt eines verstehenden und handelnden Lernens kommen.

Als UNESCO-Projektschule unterstützt das Rupert-Neudeck-Gymnasium diesen Ansatz und ist stolz darauf, bereits seit mehreren Jahren durch das Förderprogramm gewürdigt zu werden. In diesem Jahr sind gleich zwei Projektbewerbungen im Rennen um eine deutschlandweite Auszeichnung mit der Einladung zur bundesweiten Lernstatt Demokratie im Sommer 2019: Das Polit-Café Landwirtschaft und das Engagement der Schülervertretung.

 

Lukas Sydow, Q2, Presse-AG